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Frau SOL Christine Gucher:
Pädagogische Fachbetreuerin
Die Ausbildung zum Peer-Mediator haben folgende SchülerInnen erfolgreich abgeschlossen und stehen nun bei Bedarf zur Verfügung:

Mediation ist ein Streitschlichter-Programm. Der Mediator oder zwei Schüler-Mediatoren helfen den Streithanseln mit bestimmten Methoden ihren Konflikt langfristig zu lösen. Die Mediation soll den Kindern helfen und verhindern, dass aus einem kleinen Streit ein ernsthaftes Problem wird!
Mediation ist nie eine Bestrafung!
Selbst der Inhalt der Gespräche bleibt geheim und wird von mir oder den Peer-Mediatoren niemandem erzählt. So haben die Schüler die Möglichkeit, in einer vertrauensvollen Situation ihr Herz auszuschütten. Bei uns an der Schule wird die Mediation seit nunmehr fünf Jahren angeboten. Ich, Christine Gucher, Klassenvorstand der 3R-Klasse, halte selbst Mediationen und habe letztes Jahr 16 Schüler zu Peer-Mediatoren ausgebildet, die ebenfalls Mediationen halten.
Im Schulbezirk Deutschlandsberg arbeiten an jeder Hauptschule bereits Mediatoren und Schüler-Mediatoren!
Im Schuljahr 2005/06 waren über 150 Schüler wegen größerer oder kleinerer Konflikte bei der Mediation. Nur in zwei Mediationen konnten die Schüler keine Lösung ihres Problems erarbeiten, ansonsten gelang es allen, eine langfristig tragfähige Lösung zu finden.
Wie kommt ein Kind zu einer Mediation?
Wenn es ein Problem mit einem anderen Schüler hat, kann es sich täglich in den Pausen bei mir, Christine Gucher, zu einer Mediation anmelden. Wir vereinbaren dann Termin und Ort der Mediation. Manchmal beobachten auch Lehrer einen Streit und melden die Schüler zu einer Mediation an, da sich diese Methode der Streitschlichtung in den letzten Jahren sehr bewährt hat. Falls Eltern meinen, ihr Kind sollte die Mediation in Anspruch nehmen, können sie sich gerne mit mir telefonisch über die Schule in Verbindung setzen.
Mediation...
- ...ist eine prozess- und zukunftsorientierte Konfliktregelungsmethode als Alternative zum gerichtlichen Streit
- ...ist ein Verfahren, bei dem die Konfliktparteien mit Unterstützung eines kompetenten neutralen Dritten, ihre Standpunkte darlegen und die für Sie bestmögliche Regelung vereinbaren können.
- ...fördert die Kommunikation und einen respektvollen Umgang miteinander, während ein Gerichtsverfahren in der Regel konfliktverschärfend wirkt.
- ...kann selbst dann gelingen, wenn die Konfliktparteien in einer offenkundigen Sackgasse stecken, aus der sie alleine nicht mehr herauskommen und unter Umständen nicht mehr miteinander reden.
- ...ist konsens- und zukunftsorientiert, d.h. keine Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern Schaffung einer bestmöglichen Basis für die Zukunft
MediatorInnen haben keine Entscheidungskompetenz; die Inhalte der Mediation bestimmen die Konfliktpartner.
Inhalte:
Aggressive Formen der Konfliktaustragung und Gewalt in der Schule sind in den letzten Jahren immer mehr in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Während Experten Ursachenforschung betreiben, sind LehrerInnen, DirektorInnen, SchulpsychologInnen und Eltern mit den konkreten Konflikten im Alltagsleben der Schule konfrontiert. Es ist in diesem Zusammenhang nicht von primärer Bedeutung ob die aggressiven und gewalttätigen Auseinandersetzungen tatsächlich zunehmen oder ob es eine höhere Sensibilisierung für diese Problematik gibt. Sowohl Eltern als auch Pädagogen suchen verstärkt nach Konzepten der Konfliktintervention und Konfliktprävention. Ihr Anliegen ist es, in Konflikten handlungsfähig zu sein und sowohl Tätern als auch Opfern zu helfen. Langfristig sollten Kinder und Jugendliche in die Lage versetzt werden, Konflikte gewaltfrei auszutragen.
Durch das spezifische soziale System einer Schulklasse - die Schule ist Pflicht, der Unterrichtsstoff wird vorgegeben, die Bewertung erfolgt durch Noten - und das Zusammentreffen von SchülerInnen mit sehr unterschiedlicher Sozialisation, entstehen häufig Konflikte. Ein Zaubermittel gegen die Aggressivität an unseren Schulen gibt es nicht. Es gibt jedoch Modelle der Intervention und Prävention, die sich in anderen Ländern bereits bewährt haben. Die erste Schulmediation wurde 1972 in New York von einer Quäkergruppe gegründet und hat sich über das ganze Land verbreitet. Seit Beginn der 90iger Jahre gibt es auch in Deutschland Schulmediationen. In Österreich gibt es seit einiger Zeit ebenfalls Mediation in und für Schulen.
Die bisherigen Alltagserfahrungen sind so ermutigend, dass weiteres Engagement in diesem Bereich sich offensichtlich lohnt.
Streitende, die gemeinsam an einem Schlichtungsprozess teilgenommen haben, geraten sehr selten wieder in erneute ernsthafte Streitigkeiten. Insgesamt wird an diesen Schulen von den Lehrerinnen und Lehrern eine deutlich abnehmende Gewaltbereitschaft registriert.
Fallbeispiel:
Auf dem Schulhof kommt es zwischen zwei 12jährigen Buben zu einem Streit, in dessen Verlauf einer der Buben (A) den Anderen (B) so heftig gegen den Brustkorb tritt, dass dieser Atembeschwerden und eine kurze Ohnmacht aufweist. Eine Lehrerin nimmt sich der Kinder an und bietet ihnen an, den Konflikt mit Hilfe der an der Schule vorhandenen peer- group MediatorInnen zu klären. Die beiden Buben sind einverstanden und begeben sich gemeinsam zum Büro der "StreithelferInnen". Nachdem die Beteiligten Platz genommen haben, bitten die peer-group MediatorInnen die Beteiligten nacheinander den Vorfall zu schildern. Im Lauf des Gespräches werden sowohl der Streitablauf, als auch die Ziele und Gefühle der Beteiligten geklärt. Anschließend wurde eine Vereinbarung ausgehandelt und von den Anwesenden unterzeichnet.
Mit der Ziel- und Gefühlsklärung war es möglich, eine Betroffenheit herzustellen. In der Vereinbarung wurde festgehalten, wie die Beteiligten bei ähnlichen Situationen mit ihren Konflikten umgehen werden. Am nächsten Tag, wurde von den Klassenkameraden berichtet, waren A und B ein Herz und eine Seele.
Jeder Schüler ist bestrebt, unter Wahrung seiner eigenen Individualität, seinen Platz in der Gruppe zu finden. Durch das Ausleben der Gefühle in Konfliktsituationen entsteht ein Knäuel von Verwicklungen, deren Entwirrung nur durch den Eingriff eines regulierenden Dritten zufriedenstellend gelingen kann.
10 Tipps zur Konfliktvermeidung (aus www.mediation.co.at)
1. Sprechen Sie miteinander.
2. Wählen Sie einen neutralen Ort.
3. Gehen Sie davon aus, dass etwas getan werden kann.
Versuchen Sie kreativ und flexibel zu sein.
4. Verwenden Sie "Ich" - Aussagen.
5. Den Anderen zu beschuldigen dient nicht der Problemlösung.
6. Beziehen Sie sich auf das Verhalten - nicht auf die Persönlichkeit.
7. Hören Sie dem Anderen ruhig und ohne zu unterbrechen zu.
8. Versuchen Sie die Bedürfnisse hinter den Klagen herauszuhören.
9. Vermeiden Sie es die Schwachstellen des Anderen auszunutzen.
10. Suchen Sie eine Lösung, die von beiden Parteien Zugeständnisse verlangt,
die beide mittragen können und wollen.
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