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Burmesischer „Mosaik“-Stein der Hauptschule Stainz

Schüler im weihnachtlichen Sammel-Einsatz: Beeindruckende 2.734,67 Euro an gezählter Nächstenliebe.

Getrennt marschieren, vereint zuschlagen. Diese Napoleon als Kriegsherrn zugeschriebene Taktik erwies sich als äußerst erfolgreich auch beim friedlichen Karitativauftritt der Hauptschüler zur Vorweihnachtszeit. Über 2.700 Euro fanden derart Aufnahme in die Sammellisten, mit denen die Kinder von Haus zu Haus unterwegs waren. Schon bei der Planung hatte Direktor Peter Nöhrer vereinbart, dass die Ergebnisse der zweiten Klassen dem „Helfen ohne Grenzen“-Projekt Burma „Und der Dschungel weint“ zufließt. Hunderttausende Flüchtlingskinder träumen dort von einer besseren Zukunft, die durch mordende Regierungstruppen aber seit Jahrzehnten zunichte gemacht wird. Derzeit verschärfen Wirtschaftskrise und explodierende Lebensmittelpreise alle Träume. Als Alternative organisiert „Helfen ohne Grenzen“ gesundes Essen in Schulen und Schülerheimen. Für 50 Euro ist so das Überleben eines Kindes für ein ganzes Jahr gesichert. Umgelegt auf die erreichten 1.006,70 Euro: Die Zweitklässler erhalten 2010 zwanzig Schulkinder am Leben. Eine Lebenserfahrung der anderen Art machten jene Schüler der ersten Klassen, die am vergangenen Donnerstag persönlich – stellvertretend für alle beteiligten Schüler – ihr Sammelergebnis von 1.727,97 Euro bei der Mosaik-Werkstätte in der Stainzer Fabrikstraße ablieferten. „Ihr glaubt gar nicht, wie viel das für uns bedeutet“, lud die Leiterin Leopoldine Spari die Delegation auf einen Rundgang durch das Haus ein. „Was macht ihr“? Auf die selbstbewusste Antwort Schule, Poly oder Beruf folgte die Ernüchterung: „Das werden unsere Klienten nie können“. Weil sie – obwohl sie keinesfalls so genannt werden wollen – ein Handicap („Behindert sind nur die Gelähmten“.) aufweisen: Die vorhandenen Begabungen reichen dazu nicht aus. Dabei verfügen sie über Regungen, Gefühle und Empfindungen wie alle anderen Menschen auch. Sie können sie oft nur nicht richtig artikulieren. Der zur Gruppe gestoßene Dieter lieferte den Beweis. Er gab fließend Japanisch, Englisch und Arabisch zum Besten, allein: Es war nur phonetisch. Und auch bei seinem Deutsch musste man drei Mal hinhören, um es zu verstehen. „Und was wünscht ihr euch zu Weihnachten? Die Kinder ließen mit ihrer Aufzählung nicht lange auf sich warten. „Mit eurem Geld kaufen wir ein Fahrrad mit Stützrädern“, brachte Spari zum Ausdruck, dass für ihre Bewohner ganz andere Prioritäten zählen. Einmal frei auf den Hauptplatz gehen oder – sobald das Fahrrad da ist – unbeschwerte Runden in der Landschaft zu drehen, das rangiert bei „Mosaik“ ganz oben. Um das zu erreichen, wird oft jahrelang gearbeitet. „Unsere Betreuer müssen viel Geduld aufbringen“, erklärte die Werkstättenleiterin, dass manche Schützlinge schon mehr als 25 Jahre hier verbringen. Ihre vornehmliche Aufgabe: Herstellen von kunsthandwerklichen Produkten, die ihnen eine bescheidene Einnahme bringen. Den Abschluss des Rundganges bildete ein gemeinsames Zusammensitzen in gemütlicher Runde. „Ihr könnt ruhig mit ihnen reden“, animierte Spari die Kinder zu einem Gespräch mit ihren Klienten. Es wäre auch in anderer Umgebung wünschenswert, diesen besonderen Menschen Nähe, Anerkennung und Anteilnahme zu schenken. Der erwähnte Dieter stellte sich dann mit einer in der Werkstätte gefertigten Dankes-Kerze ein. „Unsere Kinder sind sehr beeindruckt“, las Klassenlehrerin Regina Bulian in den Mienen ihrer Schüler. Eindringlich bekamen alle durch ihre Anwesenheit in der „Mosaik“-Werkstätte bestätigt, dass ihre Sammelschritte ein zutiefst menschlicher Akt der Nächstenliebe war.

Foto: Nur die Begabungen sind anders verteilt Bericht von Herrn Gerhard Langmann